Königinhofer Handschrift, tschech. Rukopis Královédvorský, abgek. RK, die von V. Hanka 1817 angeblich in einem Kirchenkeller in Königinhof aufgeundenen zwölf Pergamentstreifen mit epischen Fragmenten "aus grauer Vorzeit" und der Ritterzeit (13. Jahrh.) und lyrischen Gedichten, z. B. "Kytice" (dt. Das Sträusschen, altböhmisch; 1822 nachgedichtet von J. W. Goethe). - 1818 "entdeckte" Hanka auf dem Schloss Grünberg (Zelená Hora) die angeblich aus dem 9./10. Jahrh. stammende Grünberger Handschrift (Rukopis Zelenohorský, abgek. RZ) mit vier Blättern epischer und lyrischer Gedichte, vor allem "Libušin soud" (dt. Libussas Gericht, nach J. G. Herder "Die Fürstentafel"). - Durch den Verdacht J. Dobrovskýs angeregt (Hormayrs Archiv, 1824), entstand der Handschriftenstreit, bis J. Goll (1880), T. G. Masaryk (1886/87) und J. Gebauer (1888) die Fälschung der Handschriften endgültig nachwiesen, doch ist ihre Bedeutung für die tschech. Romantik gross. Krit. Ausg. von V. Flajšhans (1930), neutschech. Nachdichtung v. K. Bednáø (1961).
M. Heøman in: Èeská Literatura, 14 (1966).